FRAGEN UND ANTWORTEN

Schulweg / Transport


FRAGE: Werden die Schulwege für die Kinder nicht unnötig lang?

Dezentrale Schulorte ermöglichen kurze Wege, welche von allen Kindern selbständig gemeistert werden können.


ANTWORT: Schulwege werden bei einer zentralen Lösung länger für Kinder, welche in den peripheren Gebieten wohnen. Allerdings kann daraus nicht geschlossen werden, dass die Schulwege bei einer dezentralen Lösung (heutige Standorte) auch für die Kleinen zumutbar sind.

Für Kinder (Basisstufenalter) aus dem Einzugsgebiet Gysenstein ist ein Schulweg ab Ballenbühl, Buchli oder Herolfingen nach heutigen Richtlinien nicht zumutbar. Für sie muss in jedem Fall ein Schulbustransport verfügbar sein.


FRAGE: Kinder haben ein Recht auf einen Schulweg. Er ist ein wichtiger Bestandteil zum Erlernen von Sozialkompetenzen in der Gruppe. Mit dem Schulbus wird ihnen dieser genommen.


ANTWORT: Ein Schulbustransport bedeutet nicht, dass alle Kinder praktisch vor der Haustüre abgeholt werden. Bei einer zentralen Lösung können Sammelpunkte definiert werden.

Beispiel Quartier Dorf: Sammelpunkt Bahnhof. Der selbständige Schulweg besteht aus der Strecke Wohnort – Bahnhof. Ab Bahnhof werden die Kinder zum Schulhaus gefahren. Eine kurze definierte Strecke als Shuttlebus wäre eine Möglichkeit. Alternativ gibt es Modelle wie den Pedibus. Für Kinder ab der 3. Klasse könnte auch der ÖV (Tangento) eine Option sein.


FRAGE: Reichen die Busse aus, um genügend Kinder zur rechten Zeit zur Schule zu bringen?


ANTWORT: Für die Transporte der Kinder aus Gysenstein (ohne Tagesschule) ist der Transport zurzeit gut organisierbar. Für die Kinder aus dem Dorf  müssen neue Modelle (siehe oben) diskutiert werden. Heute braucht ein Transport vom Dorf zum Sportunterricht aus Kapazitätsgründen teilweise zwei Fahrten pro Klasse.


Grösse des Schulstandortes / konzentrierter Standort


FRAGE: Sind kleine Schulstandorte nicht weniger gefährdet für soziale Probleme innerhalb der Klasse? Grosse Zentren verdichten Gewalt- und Suchtprobleme.


ANTWORT: Kleine Schulstandorte sind kein Garant für eine heilere Welt. Gerade kleine Schulsysteme reagieren empfindlich auf Störungen innerhalb der Klasse.

In Schulen mit Parallelklassen kann bereits bei der Klassenzuteilung auf potentielle Probleme reagiert werden. Auch während des Schuljahres können notwendige Klassenumteilungen vorgenommen werden, ohne dass für das betroffene Kind die gesamte Schulsituation ändert.

In grösseren Schuleinheiten können sich Kinder ihre Gspändli unter mehr als zwei drei Gleichaltrigen aussuchen.


FRAGE: Grosse Schulanlagen wirken anonym. Trauen sich Kindergartenkinder überhaupt am Morgen, ein solches Zentrum zu betreten?


ANTWORT: Eine grosse Schulanlage ist nicht zwingend anonym und unübersichtlich. Durch eine geschickte Architektur und Raumeinteilung können innerhalb der Schule für sich organisierte Abteilungen geführt werden, welche sich wenig von Organisationsformen kleiner Schulen unterscheiden. Kinder können an der Ausgestaltung „ihres“ Schulortes beteiligt werden.


FRAGE: Welche Fakten sprechen gegen eine dezentrale Lösung? Was spricht für eine zentrale Lösung?


ANTWORT: Konolfingen ist eine mittelgrosse Gemeinde und entwickelt sich immer mehr zur Agglomerationsgemeinde. Mit einer zentrumsnahen Schule können die Anforderungen der heutigen Gesellschaft und die Anforderungen an eine zeitgemässe Schule besser gelöst werden.


FRAGE: Ist die Arbeit für Lehrpersonen nicht einfacher in einem kleinen und überschaubaren Rahmen?


ANTWORT: Auch in einer grösseren Schule können kleinere Einheiten organisiert werden, seien es Klassenzüge KIGA bis 6. Klasse oder Teams innerhalb der drei Zyklen des Lehrplans 21. Der Lehrplan 21 fordert von den  Lehrkräften sehr viel mehr übergreifende Zusammenarbeit. Sie sind auf Kollegien angewiesen, um die Unterrichtsqualität gewährleisten und die Vorgaben erfüllen zu können.


FRAGE: Was passiert mit Kindern, die in einer Klasse nicht zurechtkommen? Heute können sie wenn nötig in ein anderes Schulhaus wechseln.


ANTWORT: Bei einer zentralen Lösung ist ein Klassenwechsel auch möglich. Es ist für die Kinder sogar einfacher, da der Schulweg der gleiche bleibt und sie nur innerhalb der Schule „zügeln“ müssen.


FRAGE: Was verspricht sich die Projektgruppe von einem grossen verdichteten Schulstandort?


ANTWORT:  

  • Die Kinder können ihre Schullaufbahn in ihrem Schulhaus absolvieren.
  • Weniger Schülertransporte mit teilweise langen Fahrzeiten für die Kinder.
  • Alle Angebote innerhalb der Schule sind für alle Kinder zu Fuss erreichbar.
  • Ungewissheit und Unzufriedenheit bei der Schulhauszuteilung fallen weg.
  • Ein innovatives Schulangebot (z.B. Basisstufe, durchlässige Modelle) ist möglich und organisierbar.


FRAGE: Warum soll der Standort Kirchbühl / Stockhorn allenfalls umgetauscht werden?


ANTWORT: Stand April 2016: Die Primarstufe umfasst deutlich mehr Klassen (Kindergarten bis und mit 6 Klasse) als die Sekundarstufe. Die Pausenplatzumgebung für Primarschulen braucht mehr Raum. Die Tagesschule sollte möglichst nahe bei den Unterstufenkindern sein. Für alle diese Anforderungen hat es im Kirchbühl zu wenig Platz, das Areal des Stockhornschulhauses ist grösser.



Schulhaus Dorf


FRAGE: In den nächsten Jahren nehmen die Schülerzahlen auf der Primarstufe zu. Warum soll dann ein Schulhaus Dorf geschlossen werden?


ANTWORT: Bis 2021 nehmen die Schülerzahlen an der Primarstufe deutlich zu. Mit einer zentrumsnahen Schulorganisation können solche Schwankungen besser aufgefangen werden. Mit dezentralen Strukturen müssen die Schulkreise (Zuordnungen auf die einzelnen Schulhäuser) jährlich neu festgelegt werden. Dies kann zu zusätzlich nötigen Schülertransporten führen (in beide Richtungen) und/oder dass Geschwister unterschiedlichen Schulhäusern zugeteilt werden müssen. Als Variante wird jedoch ein Satellitenstandort Dorf für den Zyklus 1 (Basisstufe oder Kindergarten und 1./2. Klasse) geprüft. Die Auswirkungen auf die Zuteilung der Schulkreise sind bei einer solchen Variante allerdings erheblich.


FRAGE: Eignet sich das Schulhaus Dorf nicht für einen Kindergarten?


ANTWORT: Es zeigt sich, dass zu wenig Kinder in gangbarer Distanz zum Schulhaus leben, um eine eigene Kindergartenklasse zu bilden. Bis 2020 nehmen die Zahlen sogar ab. Es müssten Kinder ins Dorf geführt werden. Berücksichtigt sind dabei alle Kinder, die bereits jetzt im Umkreis leben. Geprüft wird eine Variante Dorf als Satellitenstandort für den Zyklus 1 (Basisstufe oder Kindergarten und 1./2. Klasse).


FRAGE: Warum kann denn keine Basisstufe eingerichtet werden?


ANTWORT: Im Gebäude hat es Raum für eine Basisstufenklasse. Im Gegensatz zur Anzahl Kinder für einen Kindergarten leben mehr Kinder im Umkreis des Schulhauses als für eine einzige Klasse benötigt werden. Konkret hiesse das: welche 12 oder mehr Kinder dürfen nicht ins Dorf gehen? Welche Kinder werden anderswo verteilt? Was, wenn Geschwister im Basisstufenalter in verschiedenen Schulhäusern unterrichtet werden müssen? Welche FreundInnen dürfen zusammen bleiben? Die Unterbringung von zwei Klassen hätte erhebliche, jährliche  Auswirkungen auf die Zuteilung der Schulkreise.


FRAGE: Hat das Schulhaus kein Potential als dezentraler Standort?


ANTWORT: Ohne grosse Erweiterung besteht das Potenzial nicht. Das Transportproblem darf nicht ausser Acht gelassen werden. Die Kinder müssen zu allen Sport- und Stützunterrichten, Wahlfächern, Therapien und der Tagesschule gefahren werden.



Tagesschule


FRAGE: Warum wird darüber diskutiert, dass die Tagesschule wegkommt von Gysenstein? Die Möglichkeiten dort scheinen hervorragend geeignet zu sein?


ANTWORT: Das stimmt – die Möglichkeiten für die Kinder, die momentan die Tagesschule besuchen, sind sehr gut.

Wir gehen davon aus, dass jedoch noch viel mehr Kinder die Tagesschule besuchen würden, wenn diese an einem zentraleren Ort wäre. Wie wir erleben, können die Transporte von und nach der Tagesschule kaum mehr bewältigt werden.


FRAGE: Wie viele Kinder besuchen die Tagesschule?


ANTWORT: Stand April 2016 besuchen ca. 50 Kinder (10%) in irgendeiner Form die Schule. Der Durchschnitt aller Tagesschulen im Kanton Bern ist 25%, im Schulhaus Buchsee Köniz sind es 50%.


FRAGE: Ich benötige auch eine Tagesbetreuung. Hat mein Kind denn noch Platz in der Tagesschule?


ANTWORT: Wir sind am oberen Limit angekommen, was organisatorisch und betreuerisch machbar ist. Momentan befasst sich eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Tagesschule und der Schulkommission mit der Ausarbeitung  einer allfälligen Übergangslösung.


FRAGE: Wie würde denn das Angebot einer zentraleren Tagesschule aussehen?


ANTWORT: Da mit mehr Kindern gerechnet werden müsste, könnten wir auch mehr Module anbieten (z.B. Mittwoch- und Freitagnachmittage). Ab Sommer 2016 soll die Tagesschule auch an den schulfreien Halbtagen (Lehrerweiterbildungsanlässe) offen halten. Die Tagesschule müsste für alle Altersstufen konzipiert werden, so dass auch ein Mittagstisch für OberstufenschülerInnen garantiert werden kann. Die Gebäulichkeiten müssten so organisierbar sein, dass sich die Kinder verschiedener Altersgruppen wohl fühlen. Eine Hausaufgabenhilfe wäre nach wie vor gewährleistet.

Die zentrale Tagesschule muss in nächster Nähe zu den Kindern des 4.-12. Altersjahres liegen.


FRAGE: Warum kann man nicht auch in den Aussenschulhäusern ein Tagesschulangebot anbieten?


ANTWORT: Das Einrichten der Infrastruktur und die Entlöhnug der Betreuungspersonen werden zu teuer, wenn nur wenige Kinder die Tagesschule nutzen. Das Angebot müsste eingeschränkt werden.


Basisstufe


FRAGE: Ist die Arbeit für Lehrpersonen nicht einfacher in einem kleinen und überschaubaren Rahmen?

Warum soll bestehender Schulraum aufgeben und anderswo für viel Geld wieder aufgebaut werden?


ANTWORT:  Wenn wir die „alten“ Schulhausstrukturen behalten, können wir nicht sicher sein, dass ein Kind mehrere Jahre am selben Ort zur Schule gehen kann.
Wir müssten das Schulangebot weiterhin nach der Infrastruktur der Gebäude richten. Eine innovative, den Bedürfnissen der Kinder angepasste Schule wäre nicht organisierbar.
Auch das Renovieren, Sanieren und das Erweitern der Schulhäuser kostet viel Geld, bietet aber nie die gleichen Möglichkeiten wie ein Neubau, welcher den Bedürfnissen der Schule entsprechend geplant und gebaut werden kann.


FRAGE: Kann die Projektgruppe Schulraumplanung (PSP) selber über die Schulraumplanung entscheiden?


ANTWORT: Nein, die Projektgruppe erarbeitet die Grundlagen zu diesem komplexen Thema. Ob und in welcher Richtung weitergearbeitet wird, entscheidet der Gesamtgemeinderat.

An der Gemeindeversammlung vom November 2015, hat die Bevölkerung einen Planungskredit gutgeheissen. Ein Bauvorhaben muss an der Urne entschieden werden.